5.1 Heimkino-System richtig einstellen und aufstellen-Tipps und Tricks

Ein 5.1 Surround-Sound-System ist eine hervorragende Möglichkeit, Ihr Heimkino-Erlebnis auf die nächste Stufe zu heben und bildet die Basis für ein einhüllendes Heimkino-Erlebnis. Eine korrekte Einrichtung und Aufstellung des Systems sind jedoch wichtig, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihr 5.1 Surround-System richtig einrichten und platzieren:

Schritt für Schritt zum guten Surround-Sound

Schritt 1: Planung ist alles!

Sie fragen sich vielleicht gerade, wo anfangen? Nun, wie so oft ist Planung hier schon der Schlüssel zum Erfolg. Sofern Sie noch kein vorhandenes Heimkinosystem besitzen, sollten Sie zunächst die Raumausrichtung ihres Wohnzimmers oder dedizierten Heimkinos genauer betrachten. Hier gilt Symmetrie vor allem anderen. Ein unsymmetrisches Surroundsystem verschenkt unglaublich viel potenzial, bevor Sie überhaupt angefangen haben, dieses einzustellen. Achten Sie daher darauf, um Ihre Sitzposition einen imaginären Kreis zu ziehen.

Im Idealfall sollten Sie nun die Möglichkeit haben, alle fünf Lautsprecher eines Surroundsystems in möglichst gleichen Abständen und Winkeln zu Ihrer Sitzposition zu installieren. Eine Grafik dazu finden Sie unterhalb. Wir können hier immer nur den Tipp geben, die beiden Stereo-Lautsprecher nicht zu nah in der Front zusammenzustellen, sondern möglichst einen Winkel von 20 Grad und mehr zu planen. Bei den beiden hinteren Surroundlautsprechern haben sich 90 – 110 Grad als ideal in der Praxis herausgestellt.

Die Ideale Positionierung der Lautsprecher ist unumgänglich für guten Surroundsound

Bei der Ausrichtung müssen Sie darüber hinaus schon vorab die Kabelwege planen. Ein offenes Wohnzimmer in L-Form bringt daher schon die eine oder andere Herausforderung mit sich. Fragen wie „Wo lege ich die Kabel für die hinteren Surroundlautsprecher oder wie kann ich diese positionieren, sind dabei mit am häufigsten im Beratungsgespräch bei unseren Fachhändlern anzutreffen. Wichtig ist hier erst die Planung und dann der Lautsprecherkauf. Denn sollten Sie feststellen, dass Sie im hinteren Bereich keinen Platz für Lautsprecher haben oder eine Platzierung schlichtweg das Raumambiente zerstört, gilt es mögliche Lösungen in Form von verschiedenen Lautsprechertypen heranzuziehen. Welche Lösung dazu infrage kommt, finden Sie in unserem Ratgeber „Welcher Lautsprechertyp bin ich?“

Ist die Auswahl der Lautsprecher und die Raumausrichtung mit einigermaßen symmetrischen Gegebenheiten erfolgt, geht es über zu Schritt 2.

Schritt 2. Montage und genaue Platzierung der Lautsprecher

Jetzt kommt der Punkt, wo ebenfalls gerne Fehler gemacht werden: Wie platziere und montiere ich die Lautsprecher nun? Versuchen Sie die Lautsprecher mit den Hochtönern, so gut es geht auf den Hörplatz bzw. Ihre Sitzposition auszurichten. Bei Stand- oder Regallautsprechern ist dies meistens sehr einfach, bei Einbaulautsprechern oder Wandlautsprechern, sollten Sie bereits im Vorfeld auf einen breiten horizontalen Abstrahlwinkel achten. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Einbau-Versionen wie z. B. von Monitor Audio das Modell CP-WT380IDC, welches über einen leicht schwenkbaren Hoch-Mitteltöner verfügt.

Welche Modelle für Sie infrage kommen, klärt sich meist schnell im Beratungsgespräch mit dem Fachhändler vor Ort. Ist die horizontale Ausrichtung gefunden, bleibt noch die vertikale Position. Bei Standlautsprechern ist dies recht simpel, da die Höhe meistens durch die reine Bauhöhe vorgegeben ist. Prinzipiell sollte eine Positionierung des Hochtöners auf Höhe der Ohren im Sitzen oder leicht darüber angestrebt werden.

Monitor Audio CP-WT380IDC mit schwenkbarem Hochton-Modul

Ist dieses nicht möglich, bringt eine leichte Anwinkelung in Richtung der Ohren auf jeden Fall eine hörbare Verbesserung. Bei den Surroundlautsprechern hat sich hingegen sogar eine leicht höhere Positionierung des Hochtöners als vorteilhaft erwiesen. Dadurch ist der Sound einhüllender und öffnet sich ein wenig nach oben. Positiver Nebeneffekt, bei mehreren Zuhörern auf dem Sofa kommt jeder in den Surroundgenuss. Sollten Deckeneinbaulautsprecher als hintere Surroundlautsprecher verwendet werden, gilt die Faustregel innerhalb der breite der Frontlautsprecher und nicht über die Sitzposition hinaus. Falls möglich auch hier leicht den Hochtöner zur Hörposition ausrichten.

Der Center gilt als wichtigster Lautsprecher im Heimkinosystem, da hier 99 % der Dialoge wiedergegeben werden. Dieser sollte, so nah es geht, an das Bild montiert werden wie möglich, um eine gute Lippensynchronisation zu gewährleisten. Im Idealfall befinden sich alle Lautsprecher in der Front (Links Center Rechts) mit den Hochtönern auf einer Höhe, um einen sauberen Übergang in der Front zu gewährleisten, dies ist jedoch in der Regel nur mit akustisch transparenten Leinwänden möglich, bei denen alle Lautsprecher in der Front hinter der Leinwand positioniert werden können.

Keine andere Aufstellung bietet eine bessere Stimmwiedergabe zum Bild. Bei TV-Geräten müssen hier meistens entweder Kompromisse im Ton oder in die der Höhe des Bildes hingenommen werden. Und sind wir mal ehrlich … einen Fernseher auf über 1,2 m gleicht den ersten beiden Sitzreihen im Kino.

Kommen wir noch zu einem besonderen Kandidaten im Heimkino, und zwar dem Subwoofer bzw. dem.1 im System. Dieser lässt sich nur schwer nach irgendwelchen Schaubildern positionieren, sondern bedarf entweder viel ausprobieren oder aber Planung durch einen Profi. Denn ein Subwoofer arbeitet sehr stark in Verbindung mit der Raumakustik und diese ist von einer Vielzahl von Parametern abhängig.

Diese entscheiden am Ende des Tages darüber, ob es dröhnt, zu dünn klingt, präzise oder schwammig … Um eine gute Ausgangsposition zu finden, hilft es schon, den Subwoofer möglichst in der Front zwischen den Stereolautsprechern zu positionieren. Dies ermöglicht eine bessere Ankopplung an diese. Weiterhin vermeidet eine Positionierung auf etwa 1/3 der Raumbreite eine zu starke Raumanregung, als wenn der Subwoofer in die Raumecke gestellt wird. Hier sind Dröhnen und eine schwammige Basswiedergabe quasi schon vorprogrammiert.

Um hier Frust zu vermeiden, hilft der erfahre Fachhändler mit einer Raumsimulation auf Basis ihrer Raumdaten.

Ist das Fundament bestehend aus Planung, Aufstellung und Installation erfolgt, geht es, sofern Sie alles richtig verkabelt haben, ans Einstellen.

5.1 System richtig einstellen
Ein 5.1 Surround-System ist die Basis für ein Dolby Atmos System mit Deckenlautsprechern

Schritt 3. Einstellung und Einmessung des Systems

Kommen wir zum Finale der 5.1 Surroundsound-Installation, der Einstellung und Einmessung. Die meisten modernen AV-Receiver, die für den Einsatz im Heimkino vorgesehen sind, haben einen umfangreichen Einrichtungsassistenten sowie eine automatische Raumakustikeinmessung mit einem beiliegenden Mikrofon. Sofern Sie die ersten beiden Schritte gewissenhaft durchgeführt haben, hat die Raumeinmessung in der Regel leichtes Spiel und sollte die Abstände und Pegel richtig ermitteln.

Achtung beim Subwoofer, dieser wird manchmal als deutlich weiter weg eingemessen, was auf keinen Fall nachträglich selbst korrigiert werden sollte. Das liegt daran, dass Subwoofer meistens eine eigene Endstufe besitzen, welche zudem bestimmte Einstellungen haben, die sich auf die Verzögerung und damit auf die Laufzeit auswirken. Dies sorgt dafür, dass bei der Einmessung der Subwoofer als weiter entfernt wahrgenommen wird. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, dass der Subwoofer zu spät oder zu früh spielt, bietet sich ein Song wie Get Lucky von Daft Punk an, um Schritt für Schritt die Laufzeit anzugleichen.

Ja, auch Einmesssysteme machen mal Fehler. Der Subwoofer spielt dann zeitgleich mit dem restlichen System, wenn Sie ihn nicht mehr als solchen heraushören können, sondern dieser eine Einheit mit dem restlichen System bildet. Hier gilt entweder probieren oder den Fachmann um Hilfe zu bitten, dieser kann Ihnen das System auch manuell einmessen.

Bei der Einmessung werden oftmals bis zu acht Messpositionen angeboten. Diese sollen dann häufig, wie in den Grafiken gezeigt über das komplette Sofa im Wohnzimmer verteilt werden, was in der Regel zu keinem guten Ergebnis führt. Versuchen Sie sich auf den Hauptsitzplatz mit einem Radius von 30-50 cm zu fokussieren. Hierdurch lassen sich Abweichungen und Messfehler eher vermeiden. Positionieren Sie zudem das Messmikrofon auf Ohrhöhe ihrer Sitzposition.

surround-einmessung

Auch wenn es im Marketing häufig anders suggeriert wird … Das Optimum erhalten Sie nur auf einem Sitzplatz!

Vermeiden Sie es zudem, im Nachgang der Pegel der Surroundlautsprecher zu erhöhen, weil Sie das Gefühl haben, von hinten würde zu wenig kommen. Dies führt je nach Film dazu, dass Sie damit wichtige Details aus den Frontkanälen verlieren und die Surroundkullisse zusammenbricht bzw. nicht mehr homogen wahrgenommen wird. Wie viel Inhalte auf den Surroundkanälen zu finden sind, ist sehr stark vom Film oder der Serie abhängig. Versuchen Sie daher alle Lautsprecher in Ihrem System nach der Einmessung auf einer einheitlichen Lautstärke zu belassen. Lediglich der Subwoofer-Pegel kann je nach persönlichem Geschmack und Toleranz der Nachbarn und je nach Film ein wenig angepasst werden.

Wie so häufig sind automatische Programme nicht immer das Optimum und können sich kein echtes Bild von Ihren Lautsprechern, dem Raum oder Ihrem persönlichen Geschmack machen. Auch wenn sie bis hierhin alle Schritte befolgt haben, gibt es noch unzählige Faktoren, die den Klang und damit das Kinoerlebnis beeinflussen können. Sollten Sie also nach Durchführung der genannten Schritte immer noch das Gefühl haben, das Sie unzufrieden sind, ist ein Gang zum Profi ratsam.

Hier können sowohl leichte Optimierungen an der Raumakustik (eine Wissenschaft für sich) oder eine manuelle Kalibrierung des Systems wahre Wunder bewirken. Für letztere Bedarf es aber bestimmte Modelle. Informieren Sie sich daher am besten, je nachdem welchen Anspruch Sie haben, inwieweit manuelle Eingriffe mit Ihrem AV-Receiver möglich sind, damit im Nachgang kein teurer Systemwechsel erfolgen muss.

Insgesamt gibt es viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, wenn Sie ein 5.1 Surround-Sound-System einrichten. Durch die Berücksichtigung all dieser Faktoren und das Durchführen von Experimenten und Anpassungen können Sie das bestmögliche Klangerlebnis erzielen. Eine Abkürzung ohne Lehrgeld ist aber in der Regel nur mithilfe von Experten möglich.

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